Robert Schumann · Die Symphonien Nr. 1-4

Saison 2018-19

29.10.2018
Robert Schumanns Symphonien in der Saison 2018-19 

Wie kann es nach Beethoven weitergehen? Mit dieser Frage sahen sich die nachfolgenden Komponistengenerationen konfrontiert – und diese Frage stellte sich nun auch für die Wiener Symphoniker, die den Fokus zuletzt stark auf die Beethoven-Symphonien gelegt haben: mit zyklischen Aufführungen in Wien und Übersee inklusive Gesamtaufnahme, entstanden im Großen Musikvereinssaal. Wie also kann es nach Beethoven weitergehen? Die Symphoniker antworten darauf 2018–19 nicht zuletzt mit den Symphonien von Robert Schumann.

Komponist Robert Schumann

Beethoven als Maß der Dinge

Bis gegen Ende der 1830er Jahre betrachtete Robert Schumann die Symphonik Beethovens als Maß der Dinge. Er verfolgte die symphonische Arbeit von Zeitgenossen mit größter Aufmerksamkeit und kam in seiner Neuen Zeitschrift für Musik zu dem Schluss: „Die neueren Symphonien verflachen sich zum größten Teil in den Ouvertürenstil hinein …“

Neue Leipziger Zeitschrift für Musik Robert Schumann

Schumann gründete mit Freunden im April 1834 die Neue Zeitschrift für Musik 

Eigene symphonische Versuche legte er skizzen- oder bruchstückhaft beiseite. Erst mit der Entdeckung von Schuberts Großer C-Dur-Symphonie während eines Wien-Aufenthalts eröffnete sich Schumann ein gangbarer, freier Weg. In diesem Werk erkannte er eine romantische Konzeption und bewunderte „die völlige Unabhängigkeit, in der die Sinfonie zu denen Beethovens steht“.

1841 komponierte er seine Erste Symphonie

Unter diesem Eindruck komponierte Schumann 1841 neben weiteren symphonischen Werken seine Erste Symphonie B-Dur op. 38, die er selbst „Frühlingssymphonie“ nannte, und die ursprünglichen einsätzigen Fassung, der die vier Sätze der traditionellen Form doch eingeschrieben sind; erst zehn Jahre später unterzog er dieses Werk einer eingehenden Revision und veröffentlichte es als op. 120. In der Zwischenzeit entstanden die Symphonien Nr. 2 C-Dur op. 61 und die als „Rheinische“ bekannt gewordene Nr. 3 Es-Dur op. 97, mit der er einen wichtigen Beitrag zur fünfsätzigen Charaktersymphonie leistete. In allen vier Werken folgt Schumann dem früh deklarierten Ideal von „der großartigen Form, wo Schlag auf Schlag die Ideen wechselnd erscheinen und doch durch ein inneres geistiges Band verkettet“ sind.

Ulrike Lampert

Konzert
Termine
Philippe Jordan Konzert Musikverein Wien (c) Johannes Ifkovits
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Jordan, Eröd, Rett / Mendelssohn Bartholdy, Berlioz, Schumann
Philippe Jordan Konzert Musikverein Wien (c) Johannes Ifkovits
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Jordan, Eröd / Mendelssohn Bartholdy, Berlioz, Schumann
Lahav Shani (c) Marco Borggreve
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Shani / Weber, Beethoven, Schumann
Lahav Shani (c) Marco Borggreve
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Shani / Weber, Beethoven, Schumann
Gustavo Gimeno (c) Marco Borggreve
Musikverein Wien, Großer Saal
Gimeno, Krijgh / Dutilleux, Saint-Saëns, Schumann
Gustavo Gimeno (c) Marco Borggreve
Musikverein Wien, Großer Saal
Gimeno, Krijgh / Dutilleux, Saint-Saëns, Schumann
Philippe Jordan (c) Julia Wesely
Beethoven im Wiener Konzerthaus

Beethoven-Zyklus 2017/18

Philippe Jordan hat schon bei seinem Antritt als Chefdirigent der Wiener Symphoniker betont, dass er mit dem Orchester unbedingt einen Beethoven-Zyklus verwirklichen möchte. Ab 30. Dezember werden nun alle neun Symphonien im Wiener Konzerthaus aufgeführt.

Hector Berlioz 3_2
18 Konzerte mit Werken von Berlioz

Hector Berlioz · Saisonschwerpunkt

Die Wiener Symphoniker widmen in der Saison 2018-19 dem französischen Komponisten Hector Berlioz einen umfangreichen Schwerpunkt. In 18 Konzerten werden nahezu alle wichtigen Konzertwerke zu hören sein.

Wiener Symphoniker Gründungsfoto
Die Geschichte der Wiener Symphoniker

Wiener Klang seit 1900

Die Wiener Symphoniker wurden 1900 unter dem Namen Wiener Concertverein zunächst mit dem Ziel gegründet, einerseits für die breite Öffentlichkeit erschwingliche Orchesterkonzerte zu veranstalten und andererseits den Bedarf an Ur- und Erstaufführungen damaliger zeitgenössischer Werke abzudecken.