Konzerte mit Nikolaj Szeps-Znaider

14./15.11 Musikverein & 23./24.11 Konzerthaus

29.10.2018
Der Violinist & Dirigent ist Artist in Residence 2018-19

Seit Jahrzehnten bietet das Programm der Wiener Symphoniker auch eine illustre Solistenparade. Seit dem Antritt Philippe Jordans zur Saison 2014–15 wurde zudem zusätzlich zum Kommen und Gehen namhafter Virtuosen ein zyklusübergreifender Ansatz mit Artists in Residence etabliert mit dem Ziel, durch das intensivierte, gemeinsame Musizieren neue künstlerische Entwicklungen und langfristige Partnerschaften anzustoßen. Mit den Gebrüdern Renaud und Gautier Capuçon, den Pianisten Pierre-Laurent Aimard und Jean-Yves Thibaudet und der deutschen Ausnahmegeigerin Julia Fischer liest sich die bisherige Gästeliste wie ein Who is Who der ersten Riege des internationalen Musiklebens.


2018–19 wird nun ein weiterer prominenter Name hinzukommen: der dänische Violinist Nikolaj Szeps-Znaider. Anders als seine Vorgänger wird Znaider aber bei seiner 14 Termine umfassenden Residenz nicht nur als Solist in Erscheinung treten, sondern auch als Dirigent das Orchester leiten. 

Geiger, Dirigent und Kammermusiker Nikolaj Szeps-Znaider

Vielseitigkeit ist passenderweise das eine Etikett, mit dem die internationale Kritik Znaider aufgrund seiner Erfolge als Geiger, Dirigent und Kammermusiker beschreibt; Furchtlosigkeit das andere. Zu Grunde liegt beiden ein fast unstillbarer Wissensdurst, den die Zeitschrift Concerti als nie rastenden „Forschergeist, das Bewusstsein um die eigene Unvollkommenheit“ erklärt: „Fast scheint es, als habe er irgendwann nicht mehr genug herausgefunden über die Musik beim Studium einer einzelnen Geigenstimme. Als müsste er sich gleich die ganze Partitur vornehmen, um hinter das Geheimnis der Kompositionen zu kommen, die Seele der Töne zu erfassen.“ 

 

Konzert

Der beste Geiger der Welt

Znaiders offizielle Biografie reflektiert diese Unrast, dieses bewusste Streben nach einer nie zu vervollkommnenden Perfektion – aber auch den Mut, neue und eigene Wege zu gehen. Begonnen hat er mit dem Geigenspiel im Alter von sieben Jahren. Mit 17 gewann er den Internationalen Carl-Nielsen-Wettbewerb in seinem Heimatland Dänemark und wechselte zur weiteren Ausbildung an die Juilliard School New York. Unglücklich mit seiner Entwicklung, ging er – inspiriert von Julian Rachlin – 1994 nach Wien zu Boris Kuschnir und begann, wie er sagt, „noch einmal ganz von vorne“. Das Ergebnis dieses Neuanfangs folgte drei Jahre später, 1997. Da gewann er einen der renommiertesten Violinwettbewerbe überhaupt, den Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel. Eine Karriere als einer der gefragtesten Solisten – für Die Presse war er gar „der beste Geiger der Welt" – bei den wichtigsten Orchestern und Dirigenten folgte. Doch auch da wurde ihm das Solorepertoire schließlich zu eng, die Neugierde auf das Mögliche zu groß. Der Schritt zum Dirigieren war dann nur logische Konsequenz: „Ich habe damals mit Daniel Barenboim viel Zeit verbracht."

Barenboim sagte mir: "Dein Talent wird verschwinden, bei hundert Konzerten im Jahr ist der jugendliche Elan weg – umso wichtiger wird die intellektuelle Entwicklung.“  

Konzerte im Wiener Konzerthaus und Musikverein Wien

Wie sehr Znaiders Spiel wie Interpretation durch die abstrakte, theoretische und philosophische Art der Beschäftigung mit Musik gewann, kann sich das Publikum nun im Rahmen seiner Residenz bei den Wiener Symphonikern vergewissern. Als Solist unter Philippe Jordan u. a. bei den Solokonzerten von Sibelius und Brahms, als Dirigent bei Brahms Zweiter und Mahlers Erster Symphonie – und im Musikverein auch in der Doppelrolle bei Beethovens Violinkonzert. 

Termine
Philippe Jordan Konzert Musikverein Wien (c) Julia Wesely
Musikverein Wien, Großer Saal
Jordan, Szeps-Znaider / Schumann, Sibelius
Philippe Jordan Konzert Musikverein Wien (c) Julia Wesely
Musikverein Wien, Großer Saal
Jordan, Szeps-Znaider / Schumann, Sibelius
Philippe Jordan (c) Johannes Ifkovits
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Jordan, Szeps-Znaider / Beethoven, Dvorák
Philippe Jordan (c) Johannes Ifkovits
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Jordan, Szeps-Znaider / Schwertsik, Brahms, Dvorák