Filmprojekt Franz Lehár

150. Geburtstag

18.6.2020

Wiener Symphoniker ehren Franz Lehár mit Filmprojekt

Neben Ludwig van Beethoven feiert die Musikwelt 2020 einen weiteren großen Vertreter Wiener Musikkultur: Zum 150. Mal jährte sich Ende April der Geburtstag von Franz Lehár. Ein Jubiläum, das auch die Wiener Symphoniker gebührend feiern wollen, zählte der Begründer der Silbernen Operettenära doch zu den zentralen künstlerischen Wegbegleitern des 1900 gegründeten Orchesters. Mehr als 120 seiner Kompositionen führte das Orchester im Lauf seiner Geschichte in insgesamt mehr als 150 Veranstaltungen auf. Über 20 Mal stand Lehár selbst am Pult der Symphoniker. Seine unvergesslichen Melodien sind zum Sinnbild einer Wiener Klangkultur geworden, die bis heute gleichermaßen Herzensangelegenheit wie Kernkompetenz des Orchesters ist.  

Lehar-Gala

Die aktuellen Corona-bedingten Tour- und Konzertabsagen sorgten nun für die dispositorischen Spielräume im Orchesterkalender, um sich intensiv mit dem Schaffen Lehárs auseinanderzusetzen. Resultat ist ein so prominent besetztes wie vielseitiges Medienprojekt in Kooperation mit dem ORF und Radio Ö1, das die Wiener Symphoniker aktuell im Theater an der Wien unter der kundigen Leitung von Manfred Honeck einspielen. Mit so illustren Sängerinnen und Sängern aus dem Ensemble der Wiener Staatsoper wie der finnischen Sopranistin KS Camilla Nylund und den beiden Tenören KS Piotr Beczała und KS Michel Schade werden die beliebtesten Melodien und mitreißendsten Nummern aus Lehárs „Die Lustige Witwe“, „Das Land des Lächelns“, „Der Zarewitsch“, „Der Graf von Luxemburg“ und „Giuditta“ aufgenommen. Verwendet werden die Aufnahme zum einen in der großen Lehár-Dokumentation von Thomas Macho, die am 26. Oktober auf ORF 2 ausgestrahlt werden wird. Gleichzeitig entsteht auch ein eigner TV-Konzertfilm, der zu einem späteren Zeitpunkt ausgestrahlt werden soll und zudem international vermarktet werden wird.

Michael Schade

 

Jan Nast, Intendant der Wiener Symphoniker, erklärt: „Die bekannten Restriktionen im Rahmen der Bekämpfung der Corona-Pandemie haben natürlich auch uns gezwungen, neue innovative Wege zu gehen, um neue Einkommensquellen zu erschließen, und unsere Musikerinnen und Musiker so wirtschaftlich effektiv wie künstlerisch gewinnbringend zu beschäftigen. Neben den diversen Konzertprojekten mit u. a. Igor Levit und Rudolf Buchbinder, die wir ja nun in den Wiener Konzerthäusern wieder vor kleinem Publikum veranstalten können, stellen Medienprojekte wie dieses eine Option dar, unsere sonst brachliegenden Kapazitäten zu nutzen. Gleichzeitig ist dieses Lehár-Projekt auch der engen persönlichen Verbindung zwischen Komponist und Orchester wegen eine wahre Herzensangelegenheit für mich, die ich seit meinem Beginn bei den Symphonikern verfolgt habe. Es ist eine gewisse Ironie, dass es nun unter den erschwerten aktuellen Bedingungen möglich wurde und dann gleich mit so fantastischen Interpreten.“

In Kooperation mit dem Theater an der Wien.