Orozco-Estrada & Beethoven 9

30./31. Dez & 1.Jan · Wiener Konzerthaus

11.12.2018
Ein rauschendes Fest zum Jahresende

Wenn das Wiener Konzerthaus und die Wiener Symphoniker dazu einladen, gemeinsam das Jahresende einzuläuten, dann kann dies kaum auf festlichere Weise passieren: Mit Ludwig van Beethovens triumphierender Neunter Symphonie lässt das Orchester in einem der schönsten Säle Wiens musikalisch die Korken knallen – ein rauschendes Fest zum Jahreswechsel, dem es an hochkarätigen Gästen nicht mangelt.

Designierter Chefdirigent Andrés Orozco-Estrada

Andrés Orozco-Estrada (c) Werner Kmetitsch

Unter der Leitung des designierten Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada, der seit seiner Ernennung zu ebenjenem zum ersten Mal mit dem Orchester in Wien konzertiert, geben die Wiener Symphoniker zusammen mit der Wiener Singakademie jenes Werk zum Besten, das wohl wie kein anderes mit den Begriffen Freude und Feierlichkeit assoziiert wird. Spätestens, wenn der atemberaubende Finalsatz erklingt, wird das neue Jahr willkommen geheißen, während zeitgleich vor dem inneren Auge das alte Revue passiert. Beethovens letzte Symphonie ist vollgepackt mit Gefühlen von Sehnsucht bis Ekstase, von größter Spannung bis zu jauchzendem Glück.

Wiener Singakademie (c) lukas beck

Trotz seiner alles in den Bann ziehenden Strahlkraft löste das Werk zur Zeit seiner Uraufführung nicht nur positive Reaktionen aus. Guiseppe Verdi monierte, das Finale sei „schlecht gesetzt“, sein Kollege Louis Spohr meinte gar, der 4. Satz sei so „monströs und geschmacklos und in seiner Auffassung der Schiller’schen Ode so trivial“, dass er „immer noch nicht begreifen kann, wie ihn ein Genius wie der Beethoven’sche niederschreiben konnte.“ Beethoven musste sich einiges an Kritik gefallen lassen, und vielfach wurden Stimmen laut, die sich gegen die Verwendung von Singstimmen in einer Symphonie aussprachen.

Neunte Symphonie ein Schlüsselwerk der klassischen Musik

Nichtsdestotrotz gilt die Neunte Symphonie heute als ein Schlüsselwerk der klassischen Musik. Richard Wagner meinte dazu, „die Neunte sei Erlösung der Musik aus ihrem eigensten Elemente heraus zur allgemeinen Kunst. Sie ist das menschliche Evangelium der Kunst der Zukunft.“ Wegweisend für die Symphonik des 19. Jahrhunderts wären monumentale Werke wie die Symphonien Mahlers, Bruckners und Brahms’ ohne Beethovens Neunte nicht denkbar.

Konzert

Eine glänzende Sängerriege

Andrés Orozco-Estrada, der seit der Saison 2014–15 sowohl beim hr–Sinfonieorchester als auch beim Houston Symphony Orchestra die Position des Chefdirigenten innehat, steht bei den Konzerten zum Jahresende eine glänzende Sängerriege zur Seite. 

Regina Mühlemann (c) Henning Ross Sony Classical

Darunter zwei der aufregendsten Newcomer der letzten Jahre: Die aufstrebende Sopranistin Regula Mühlemann, die in den vergangenen Jahren einige aufsehenerregende Debüts an Häusern wie der Berliner Staatsoper, der Opéra national de Paris oder dem Theater an der Wien gab, sowie die ebenso junge, nicht weniger vielversprechende Mezzosopranistin Dorottya Láng, deren Karriere als Ensemblemitglied der Volksoper Wien begann und die seither mit Dirigenten wie Kent Nagano und Teodor Currentzis zusammenarbeitete. Begleitet werden sie von Tenor Steve Davislim, auf den europäischen Konzertpodien seit langem kein Unbekannter mehr, und dem österreichischen Bass Florian Boesch, der nicht nur als Liedinterpret regelmäßig hymnische Reaktionen auslöst, sondern sich auch als Konzertsänger international einen Namen machte. 

Die Zeichen stehen also gut: Wenn ein Jahr auf so glänzende Art und Weise verabschiedet wird, dann kann das kommende eigentlich nichts anderes als fantastisch werden.

Prosit Neujahr!

Termine
Andrrs Orozco-Estrada (c) Werner Kmetitsch
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Orozco-Estrada, Mühlemann, Láng, Davislim, Boesch, Wiener Singakademie / Beethoven
Andrrs Orozco-Estrada (c) Werner Kmetitsch
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Orozco-Estrada, Mühlemann, Láng, Davislim, Boesch, Wiener Singakademie / Beethoven
Andrrs Orozco-Estrada (c) Werner Kmetitsch
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Orozco-Estrada, Mühlemann, Láng, Davislim, Boesch, Wiener Singakademie / Beethoven
Dirigenten Andres Orozco Estrada (c) Martin Sigmund
Designierter Chefdirigent

Andrés Orozco-Estrada

Andrés Orozco-Estrada wird ab der Spielzeit 2021-22 Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Schon in der Saison 2020-21 wird er als Designierter Chefdirigent mit dem Orchester zusammenarbeiten.

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Wiener Symphoniker Gründungsfoto
Wiener Klang seit 1900

Geschichte des Orchesters

Die Wiener Symphoniker wurden 1900 unter dem Namen Wiener Concertverein zunächst mit dem Ziel gegründet, einerseits für die breite Öffentlichkeit erschwingliche Orchesterkonzerte zu veranstalten und andererseits den Bedarf an Ur- und Erstaufführungen damaliger zeitgenössischer Werke abzudecken.