Frühling in Wien

Das TV- Osterkonzert

20.3.2017

Für den Pianisten und diesjährigen Artist in Residence Jean-Yves Thibaudet sind Gershwins „Rhapsody in Blue“ und das Klavierkonzert „grundlegende, durch und durch amerikanische Musikstücke“. In Gershwins Kompositionen schwingt natürlich – ebenso wie in Bernsteins „West Side Story“ – die Atmosphäre der Großstadt mit.

„Ich hörte eben nicht nur mit meinen Ohren, sondern mit allen meinen Sinnen, meinen Nerven, meinem Geist, meinem Herzen“, bekannte Gershwin einmal und diese Vielseitigkeit des pulsierenden Lebens spürt man in seinen Rhythmen und Melodien.

Gemeinsam mit Thibaudet präsentiert Philippe Jordan, der von New York bis San Francisco schon fast alle bedeutenden Symphonieorchester der USA geleitet hat, beim traditionellen TV-Osterkonzert „Frühling in Wien“ der Wiener Symphoniker amerikanische Meisterwerke von George Gershwin und Leonard Bernstein.

Beide Komponisten haben wesentlich dazu beigetragen, den Jazz salonfähig zu machen. „Das Concerto in F befindet sich eindeutig zwischen zwei Stühlen – dem Klassischen und dem Jazz“, betont Thibaudet. „Mir gefällt diese Mehrdeutigkeit Gershwins, der zwischen beiden Welten steht.“

Thibaudet bedauert, dass Gershwin in den USA noch immer als Jazz- und Filmkomponist unterschätzt wird, hingegen sei er „in Frankreich ein Star“. Dies dürfte auch an dem vom Komponisten als „Tone poem for orchestra“ bezeichneten Stück „An American in Paris“ liegen. In diesem Auftragswerk für die New Yorker Philharmoniker verarbeitete Gershwin 1928 die Eindrücke seines Aufenthalts in der französischen Hauptstadt. Der dort zur Welt gekommene Voltaire lieferte mit seiner Erzählung „Candide“ Leonard Bernstein die Vorlage für seine gleichnamige komische Oper. Das brillante Klangfeuerwerk der Ouvertüre hat ebenso Ohrwurmcharakter wie die „Symphonischen Tänze“ nach Motiven aus Bernsteins Musical „West Side Story“. „Für mich ist jede gute Musik ernste Musik“, betonte Bernstein einmal. Seine symphonische Mischung aus progressivem Jazz und lateinamerikanischer Tanzmusik ist eine Herausforderung für jedes Orchester.

Und bis hin zu Hits wie „Somewhere“ nebst „Mambo“ und „Cha-cha“ bietet Philippe Jordan damit ein Programm, das abermals das Potenzial hat, die Presse zu Schlagzeilen zu verleiten wie: Der Chefdirigent der Symphoniker „mischt Wiens Konzerte auf “.

Konzert
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Jordan, Thibaudet / Frühling in Wien
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Jordan, Thibaudet / Frühling in Wien

In Kooperation mit ORF

Sendetermine

17.04.2017, 10.25 Uhr - ORF 2
23.04.2017, 20.15 Uhr - ORF III
18.06.2017, 18.25 Uhr - ARTE (Kurzfassung)