Saisonauftakt mit David Zinman

Werke von Mahler im Wiener Konzerthaus

5.9.2018

Bereits vor drei Jahren sollte der legendäre amerikanische Dirigent David Zinman das Saison-Eröff nungskonzert der Wiener Symphoniker im Wiener Konzerthaus dirigieren. Krankheitsbedingt musste er damals leider kurzfristig absagen.

Zwei Programme von Gustav Mahler 

Nun wird es endlich nachgeholt. Zusammengestellt hat der Mahler-Experte dafür zwei Programme, die ausschließlich mit Werken des großen österreichischen Komponisten bestückt sind.  

Pathos ist nicht seine Sache

Dass die monumentale „Auferstehungssymphonie“ am zweiten Abend erklingt, sollte man vor diesem Hintergrund aber nicht symbolisch werten. Das Werk stand schließlich auch schon am Programm seines Abschiedskonzerts vom Tonhalle-Orchester, mit dem Zinman einen weltweit beachteten Mahler-Zyklus einspielte. Und Pathos ist nicht Zinmans Sache: Er präferiert den nüchternen Blick auf die Partitur. So sagte Zinman vor zwei Jahren im Deutschlandradio Kultur: „Ich versuche, alles was Mahler in seine Partituren schreibt, exakt umzusetzen. Ich bin nicht so sehr daran interessiert, mir mit der Musik auf die Brust zu schlagen, zu schreien und zu weinen. Wichtiger ist die Balance, das räumliche Vorstellungsvermögen bezüglich der Klangquellen, die Klangfarben – das alles ist in der Musik enthalten, und das möchte ich vermitteln. Deswegen möchte ich sicherstellen, dass man die Struktur des Stückes hören kann, dass es einen großen Bogen gibt, aber auch viele Details.“  

Konzert

Ihn interessiert, wie ein Komponist zu seiner Zeit gesehen wurde.

Entsprechend bereitet er sich auch auf seine Programme vor, wie er einmal verriet: „Deshalb informiere ich mich sehr gründlich, wie die Musik zu Lebzeiten der Komponisten gespielt wurde, mit welchen Instrumenten – und was das für Menschen waren, was sie wollten.“ Ihn interessiert, wie ein Komponist „zu seiner Zeit gesehen wurde“ und nicht, „wie wir ihn heute bewerten“.  

Die ersten beiden Sätze der Zweiten Symphonie sind neben einer feinen Auswahl aus den „Fünf Liedern nach Friedrich Rückert“ und „Des Knaben Wunderhorn“ auch schon beim Fridays@7-Termin zu hören. Ein Format, dessen Entstehung übrigens auch von Zinmans Erfolgskonzept „Tonhalle Late“ inspiriert wurde: ein Crossover-Event, der klassisches Konzerterlebnis mit entspannter Club-Kultur zusammenführte: mit dem Ziel, ein neues, junges Publikum für klassische Musik zu begeistern. Im Gegensatz zu den elektronischen Klängen beim Zürcher Pendant präsentieren sich in Wien aber wie gewohnt die Solisten des ersten Programmteils von einer anderen, kammermusikalischen Seite.

Termine
Jennifer Johnston (c) Gisela Schenker 3_2
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Zinman, Röschmann, Johnston, Wiener Singakademie / Mahler
David Zinman (c) Priska Ketterer
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Zinman, Röschmann, Johnston, Wiener Singakademie / Mahler
Gustav Mahler
Vom ersten Konzert bis zum Mahler-Schwerpunkt 1967

Gustav Mahler und die Wiener Symphoniker

Gustav Mahler gilt heute als einer der wichtigsten symphonischen Komponisten nach Beethoven. Seine Musik steht natürlich auch regelmäßig auf den Programmen der Wiener Symphoniker.

Taktgeber der Wiener Symphoniker

Dirigenten

Dirigenten Persönlichkeiten wie Richard Strauss, Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Hans Knappertsbusch, George Szell, Herbert von Karajan, Wolfgang Sawallisch, Georges Prêtre und Fabio Luisi – um nur einige wenige zu nennen – prägten und prägen den Klang und Musizierstil der Wiener Symphoniker.

Carlos Kleiber · Dirigent

Mahler: Das Lied von der Erde

Als weitere historische Veröffentlichung aus dem Archiv der Wiener Symphoniker ist die herausragende Interpretation von Gustav Mahlers Das Lied von der Erde.