Konzerte zum Nationalfeiertag

HK Gruber & Gustav Mahler

7.8.2018
HK Gruber  (c) Jon Super
HK Gruber im Fokus

Traditionell stehen auch heuer wieder österreichische Komponisten im Fokus der festlichen Konzerte zum Nationalfeiertag. Einer der großen Söhne Österreichs, der Wiener Komponist, Chansonnier und Kontrabassist HK Gruber, wird dabei sowohl als Komponist als auch als Interpret vertreten sein. Gruber feierte im Jänner dieses Jahres seinen 75. Geburtstag. 2002 wurde er mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Musik ausgezeichnet.

Frankenstein!! Ein Pandämonium für Chansonnier und Orchester

International erfolgreich und bekannt wurde er nicht zuletzt mit seinem Pandämonium Frankenstein!!, das seit der Uraufführung 1978 weltweit über 1000 Mal gespielt wurde. Der Ursprung der Komposition liegt in der wenige Jahre zuvor entstandenen Frankenstein-Suite. Diese hatte Gruber für das Wiener Ensemble „MOB art & tone ART“ geschrieben, an dessen Gründung auch Kurt Schwertsik und Otto M. Zykan beteiligt waren. Die Selbstbezeichnung des Komponistentrios spielt bereits mit den beiden Hauptanliegen, der Volksnähe und der Tonart: „Das Wiedereinsetzten der Tonalität war ein Kommunikationsmittel“, so Gruber. „Der größte einfache Nenner sollte sein, eine Brücke zu schaffen zwischen gebildeten und ungebildeten Hörern.“

Gedichte von HC Artmann bilden die Textgrundlage

Als Interpret schlägt HK Gruber selbst eine weitere Brücke zwischen Bühne und Publikum. Gedichte aus HC Artmanns „Allerleirausch. Neue schöne Kinderreime“ bilden die Textgrundlage für Frankenstein!!, bei dem Gruber häufig als Chansonnier auftritt. Doch, wie so oft bei Artmann, verkehrt sich das scheinbar Harmlose ins Gegenteil. Gruber präzisiert weiter und interpretiert das Subversive als politisches Statement: „Die Monster des politischen Lebens haben stets versucht, ihre wahren Gesichter zu verbergen, und allzu oft ist’s ihnen auch gelungen.“

Konzert

Der im Titel angekündigte Frankenstein kommt allerdings nicht selbst zu Wort, sondern bleibt „hinter den Szenen jene Figur, die wir zu uns’rer Gefahr vergessen. Daher die Rufzeichen!“ Musikalisch und klanglich orientierte sich Gruber am Schreibstil Artmanns, und nimmt dessen vordergründig naive, gar unschuldige Formen auf. Sein „Griff in einen Schrank voller Spielzeuginstrumente“ – neben Kolbenflöten erklingen auch Plastikschläuche und Spielzeugsaxophone – trägt neben der humoristischen auch eine motivisch-harmonische Funktion.

Vierte Symphonie von Gustav Mahler

„Eigentlich wollte ich nur eine symphonische Humoreske schreiben, und da ist mir das normale Maß einer Symphonie daraus geworden“, schrieb Gustav Mahler im Sommer 1900 über die gerade vollendete Vierte Symphonie an seine Bekannte Natalie Bauer-Lechner.

Nach der Zweiten und Dritten Symphonie war nun außerdem der in sich geschlossene Zyklus der Wunderhorn-Symphonien abgeschlossen. Diese bezeugen Mahlers enge Verbindung von Symphonie und Lied, denn jede einzelne dieser Symphonie beinhaltet auch Lieder. Die Texte dazu stammen – wie so oft bei Mahler – aus der Gedichtsammlung „Des Knaben Wunderhorn“ von Achim von Arnim und Clemens Brentano. Für die Vierte Symphonie verwendete Mahler unter anderem das bereits 1892 als Orchesterlied vertonte „Himmlische Leben“, das er als „Humoreske“ bezeichnete.

Angeregt von diesem im deutschen Sprachgebrauch neu aufgekommenen Begriff stellte er folgende Überlegungen dazu an: „Es ist alles auf den Kopf gestellt, die Kausalität hat ganz und gar keine Gültigkeit! Es ist, wie wenn du plötzlich auf jene uns abgewandte Seite des Mondes blicktest!” Diese gänzlich umgekehrte Welt bildet nicht jedoch nur den Ausgangspunkt seiner Kompositionsarbeiten, sondern ist auch im Schlusssatz verarbeitet. Dort wartet das vom Kinde versprochene himmlische Paradies mit schreienden Tieren und ironisierenden Zwischentönen auf.

Konzerte
Miah Person (c) Mina Artistbilder
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Gardner, Persson, Gruber / Gruber, Mahler
Miah Person (c) Mina Artistbilder
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Gardner, Persson, Gruber / Gruber, Mahler
Gustav Mahler
Vom ersten Konzert bis zum Mahler-Schwerpunkt 1967

Gustav Mahler und die Wiener Symphoniker

Gustav Mahler gilt heute als einer der wichtigsten symphonischen Komponisten nach Beethoven. Seine Musik steht natürlich auch regelmäßig auf den Programmen der Wiener Symphoniker.

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Die Radiosendung der Wiener Symphoniker

Takt.Gefühl Sep · radio klassik Stephansdom

Michael Gmasz von radio klassik Stephansdom und Symphoniker-Intendant Johannes Neubert geben gemeinsam einen kleinen Einblick in das Programm der bevorstehenden Monate und sprechen über Highlights, wie den Berlioz Schwerpunkt, die Reihe Leading Soloists oder die Konzerte mit neuer Musik. 

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Ein Konzerthaus für alle

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Das Wiener Konzerthaus genießt als Veranstaltungsort einen einzigartigen Ruf, der sich auf drei Verdienste gründet: Sich mit der Tradition lebendig auseinanderzusetzen, durch ein mutiges Programmangebot neue Publikumsschichten zu erschließen und offen zu sein für neue Entwicklungen.