Bregenzer Festspiele | Programm & Tickets

Eine Partnerschaft seit 70 Jahren

Die Bregenzer Festspiele

Bereits seit 1946 sind die Wiener Symphoniker jeden Sommer das Orchestra in Residence der Bregenzer Festspiele. Dort treten Sie nicht nur als Opernorchester beim Spiel am See und bei der Oper im Festspielhaus in Erscheinung, sondern sind auch mit mehreren Orchesterkonzerten im Programm des Festivals vertreten.

Die Anfänge   

Wie immer in solchen Fällen ergab sich die Partnerschaft durch Zufall: im August 1946 unternahm das Orchester eine „Österreich-Reise“, die nach Innsbruck, Jenbach Kufstein und eben (als erste Station!) nach Bregenz führte, wo zwei Konzerte, geleitet von Hans Swarowsky bzw. Otmar Suitner, im Rahmen einer „Festwoche“ stattfanden. Noch gab es keine Seebühne, die wurde erst 1947 auf den legendären Kieskähnen am Gondelhafen installiert und mit der Entführung aus dem Serail eröffnet. Bei Schlechtwetter wurde die Aufführung in der ebenso legendären, von den französischen Besatzungstruppen zwecks sportlicher Ertüchtigung errichteten Stadthalle gegeben. Dort fanden auch die ersten Orchesterkonzerte statt, immerhin dirigierte 1947 Clemens Krauss ein Programm mit der Unvollendeten, Don Juan und den Bildern einer Ausstellung.

Bregenz war in der unmittelbaren Nachkriegszeit für die Musiker der Wiener Symphoniker ein lukrativer Ort, denn dort gab es keine Lebensmittelknappheit – da nahm man eine ganztägige Fahrt schon in Kauf. Teilweise waren die Musiker in Bauernhöfen im Vorderen Bregenzerwald untergebracht und konnten im Verhältnis zu den heimischen Bedingungen geradezu schlemmen. Kulturpolitisch war die Achse Wien-Bregenz, symbolisiert durch die nun alljährliche mehrwöchige Anwesenheit eines Wiener Orchesters, von besonderer Relevanz, da Vorarlberg als entlegenes und verkehrsmäßig vom Osten schwer erreichbares Bundesland ohnehin beständig Separationsgelüste und Träume vom Anschluss an die Schweiz hatte.

Im Grunde blieben die Bregenzer Aufführungsbedingungen bis 1979 die gleichen, ab den späten 50er-Jahren kam noch das restaurierte Kornmarkttheater als Spielstätte von Hausopern hinzu. Das dort äußerst beschränkte Platzangebot auf der Bühne und im Zuschauerraum bestimmte die künstlerische Programmatik: in Kooperation mit der Mailänder Scala fand ab den 60er-Jahren alljährlich eine italienische Staggione mit sehr guten Kräften statt, es wurden vorwiegend Buffo-Opern der Rossini-Donizetti-Ära gegeben, aber auch ein prominent besetzter Falstaff 1968 unter Leitung Vittorio Guis ging in die Festspielgeschichte ein – womit wir bei der Eröffnungssaison des neuen Festspielhauses sind, denn sowohl 1968 wie auch 1980 verkörperte der unvergessene Giuseppe Taddei die Titelrolle.

Eine neue Ära beginnt

Unter neuen Gegebenheiten werden alte Konzepte noch eine Zeit lang fortgeführt: so fand die „italienische Staggione“ auch im Festspielhaus zunächst eine Fortsetzung. 1981 war es Otello – erstmals sang Placido Domingo (mit Anna Tomowa-Sintow als Partnerin) diese Rolle in Österreich, allerdings nur bei der Hälfte der Vorstellungen, und noch bei der Hauptprobe markierte Nello Santi die gesamte Partie vom Dirigentenpult aus. 1982 folgte Lucia di Lammermoor mit einem weiteren Startenor: José Carreras. Entgegen allen Erwartungen trat 1983 nicht Pavarotti auf, aber 1984 immerhin Giacomo Aragall gemeinsam mit Mara Zampieri in der Tosca – 23 Jahre später sollte dieses Werk auf die Seebühne übersiedeln. Edita Gruberova feierte in Donizettis I Puritani Triumphe, und mit Anna Bolena 1986 und Ernani 1987 ging die „Staggione-Zeit“ zu Ende.

Änderung der künstlerischen Programmatik

Alfred Wopmann sorgte in der Folgezeit für eine grundlegende Änderung der künstlerischen Programmatik. Was die Zauberflöte 1985/86 für den See, war Samson und Dalila für das Haus: Schwerpunktverlagerung auf weniger bekannte Opern des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, moderne Lichtregie und Personenführung, spektakuläre Regieeffekte. Marjana Lipovsek feierte einen überwältigenden Erfolg, der das Führungsteam kurzfristig veranlasste, diese Produktion 1989 zu wiederholen. Zunehmend verlagerte sich das Interesse auf interessante Regie-Arbeiten, wobei in den 90er-Jahren vor allem Harry Kupfer zwei fulminante Inszenierungen zeigte: 1992 Berlioz’ La Damnation de Faust, 1995 Die Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch von Rimski-Korsakow, beide Produktionen dirigierte Vladimir Fedosejev.

1993/94 hatte es für das Orchester die ersten Begegnungen mit einem sehr talentierten jungen Dirigenten bei den Aufführungen von Giordanos Fedora und Zandonais Francesca da Rimini gegeben: mit Fabio Luisi. Man könnte in dieser Phase fast jedes Jahr als hinsichtlich der Hausopernproduktion bemerkenswertes klassifizieren; vielleicht ragen aus dem gleichmäßig hohen Niveau Martinus Opern Griechische Passion (1999, Dirigent Ulf Schirmer, Inszenierung: David Pountney) und Julietta (2002, Dirigent Dietfried Bernet, Inszenierung Katja Czelnik) sowie Janaceks Schlaues Füchslein (2003, Dirigent Vladimir Fedosejev, Inszenierung Daniel Slater) heraus.

Auf der Seebühne bedeutete wie schon gesagt Jerome Savarys Inszenierung der Zauberflöte einen „Paradigmenwechsel“ schon im Hinblick auf den ungeheuer gestiegenen Aufwand bei Bühnenbild und Regiearbeit. Ab diesem Zeitpunkt wurde jede Produktion schon aus Amortisationsgründen zwei Festspielsaisonen lang gezeigt. Aus der Perspektive des Orchesters freilich stehen diese Spektakel weit hinter den künstlerisch interessanten Hausopern. Bis 2006 war es den Wetterunbillen unter der Seebühne ausgesetzt (entweder glühende Hitze oder Eiseskälte), Kontakt mit der Bühne gab es naturgemäß nur über Lautsprecher. Aus Sicht des Publikums und der Kritik allerdings erwiesen sich einige Produktionen als herausragend: der Fliegende Holländer 1989/90 z. B. (Schirmer/Pountney), vor allem Nabucco (1993/94, Schirmer/Pountney) mit der allen Beteiligten unvergesslichen Gewitterszenerie während des Gefangenenchors bei der Generalprobe, aber auch Porgy and Bess 1997/98 (Inszenierung Götz Friedrich). Einen nochmaligen „Quantensprung“ brachte Un ballo in maschera (1999/2000) mit dem suggestiven Bühnenbild – ab diesem Zeitpunkt entschied sich der Erfolg einer Produktion vor allem an der geglückten Entwicklung eines die Handlung kondensierenden optischen Symbols. Dies gelang in La Boheme (2001/02, hier debütierte der noch ziemlich unbekannte Rolando Villazon als Rudolfo) ebenso überzeugend wie in der West Side Story (2003/04) und in der Tosca (2006/07).

Triumphale Orchesterkonzerte

Was die Konzerte anbelangt, so ging gleich das Eröffnungskonzert des Festspielhauses 1980 in die Orchesterannalen ein: zum letzten Mal musizierte Karl Böhm mit den Wiener Symphonikern (Beethoven 9. Symphonie). Weniger die musikalische Qualität als die dramatischen Umstände dieses Konzerts blieben in Erinnerung, denn Böhm konnte nur mehr mit ständiger ärztlicher Betreuung diese Strapazen der Probenarbeit bewältigen, und bei der Aufführung übernahm spätestens im Finalsatz Konzertmeister Arve Teleffsen praktisch die Leitung. Das vielleicht sensationellste Konzert der letzten drei Jahrzehnte leitete im Sommer 1983 Georges Prêtre – seine Interpretation von La mer und der Symphonie fantastique schrieb Orchestergeschichte. Auch die Auftritte des alten Erich Leinsdorf 1987 und 1988 blieben in Erinnerung, ebenso einige beeindruckende Konzerte mit Vladimir Fedosejev - auch schon in seiner „Vor-Chefdirigentenzeit“, den frühen 90er-Jahren.

 

Festspielhaus Bregenz (c) Bruno Koflar
Bregenz, Festspielhaus
Luisi, José Siri, Goryachova, Romanovsky, Bretz / Verdi "Messa da Requiem"
Festspielhaus Bregenz (c) Bruno Koflar
Bregenz, Festspielhaus
Jordan / Brahms
Festspielhaus Bregenz (c) Bruno Koflar
Bregenz, Festspielhaus
Jordan / Brahms
Kontakt

Bregenzer Festspiele
Platz der Wiener Symphoniker 1
A - 6900 Bregenz
Telefon: +43 5574 407-6

Website: www.bregenzerfestspiele.com


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