Nikolaj Szeps-Znaider

Artist in Residence 2018-19

Mit dem dänischen Violinisten Nikolaj Szeps-Znaider wird auch 2018-19 wieder ein Weltstar bei den Wiener Symphonikwern als Artist in Residence fungieren. Anders als seine Vorgänger wird Szeps-Znaider aber bei seiner 14 Termine umfassenden Residenz nicht nur als Solist in Erscheinung treten, sondern auch als Dirigent das Orchester leiten.

Nikolaj Znaider (c) Lars Gundersen

Vielseitigkeit ist passenderweise das eine Etikett, mit dem die internationale Kritik Szeps-Znaider aufgrund seiner Erfolge als Geiger, Dirigent und Kammermusiker beschreibt; Furchtlosigkeit das andere. Zu Grunde liegt beiden ein fast unstillbarer Wissensdurst, den die Zeitschrift Concerti als nie rastenden „Forschergeist, das Bewusstsein um die eigene Unvollkommenheit“ erklärt: „Fast scheint es, als habe er irgendwann nicht mehr genug herausgefunden über die Musik beim Studium einer einzelnen Geigenstimme. Als müsste er sich gleich die ganze Partitur vornehmen, um hinter das Geheimnis der Kompositionen zu kommen, die Seele der Töne zu erfassen.“ Szeps-Znaiders offizielle Biografie reflektiert diese Unrast, dieses bewusste Streben nach einer nie zu vervollkommnenden Perfektion – aber auch den Mut, neue und eigene Wege zu gehen. Begonnen hat er mit dem Geigenspiel im Alter von sieben Jahren. Mit 17 gewann er den Internationalen Carl-Nielsen-Wettbewerb in seinem Heimatland Dänemark und wechselte zur weiteren Ausbildung an die Juilliard School New York. Unglücklich mit seiner Entwicklung, ging er – inspiriert von Julian Rachlin – 1994 nach Wien zu Boris Kuschnir und begann, wie er sagt, „noch einmal ganz von vorne“. Das Ergebnis dieses Neuanfangs folgte drei Jahre später, 1997. Da gewann er einen der renommiertesten Violinwettbewerbe überhaupt, den Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel. Eine Karriere als einer der gefragtesten Solisten – für Die Presse war er gar „der beste Geiger der Welt – bei den wichtigsten Orchestern und Dirigenten folgte. Doch auch da wurde ihm das Solorepertoire schließlich zu eng, die Neugierde auf das Mögliche zu groß. Der Schritt zum Dirigieren war dann nur logische Konsequenz: „Ich habe damals mit Daniel Barenboim viel Zeit verbracht. Er sagte mir: Dein Talent wird verschwinden, bei hundert Konzerten im Jahr ist der jugendliche Elan weg – umso wichtiger wird die intellektuelle Entwicklung.“ 

 

Wie sehr Szeps-Znaider Spiel wie Interpretation durch die abstrakte, theoretische und philosophische Art der Beschäftigung mit Musik gewann, kann sich das Publikum nun im Rahmen seiner Residenz bei den Wiener Symphonikern vergewissern. Als Solist unter Philippe Jordan u. a. bei den Solokonzerten von Sibelius und Brahms, als Dirigent bei Brahms Zweiter und Mahlers Erster Symphonie – und im Musikverein auch in der Doppelrolle bei Beethovens Violinkonzert.

Konzerte:
Philippe Jordan (c) Julia Wesely
Musikverein Wien, Großer Saal
Jordan, Znaider / Schumann, Sibelius
Philippe Jordan (c) Julia Wesely
Musikverein Wien, Großer Saal
Jordan, Znaider / Schumann, Sibelius
Philippe Jordan (c) Julia Wesely
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Jordan, Znaider / Beethoven, Dvorák
Philippe Jordan (c) Julia Wesely
Wiener Konzerthaus, Großer Saal
Jordan, Znaider / Schwertsik, Brahms, Dvorák
Elbphilharmonie (c) Ralph Larmann
Hamburg, Elbphilharmonie
Jordan, Znaider / Brahms, Dvorák
Philippe Jordan (c) Johannes Ifkovits
Frankfurt/Main, Alte Oper
Jordan, Znaider / Brahms, Dvorák
Philippe Jordan (c) Johannes Ifkovits
Stuttgart, Liederhalle
Jordan, Znaider / Brahms, Dvorák
Philippe Jordan (c) Johannes Ifkovits
Düsseldorf, Tonhalle
Jordan, Znaider / Brahms, Dvorák