Der Stoff der Klänge
Der Stoff der Klänge
Die Saisonkampagne 26-27 der Wiener Symphoniker nimmt die Entstehungszeit des Orchesters um 1900 in den Blick – eine Epoche, die von den künstlerischen Aufbrüchen der Wiener Moderne geprägt war. Den visuellen Hintergrund bilden Stoffe und Muster aus dem Backhausen-Archiv, deren geometrische und rhythmische Formen zu den prägenden Gestaltungselementen des Jugendstils zählen.
Alle Aspekte des Alltags mit Kunst zu durchdringen und damit einen neuen Lebensstil zu schaffen: Dieser Leitgedanke der Wiener Secession zielte auf das Ideal des Gesamtkunstwerks. Auch das 1849 gegründete Unternehmen Joh. Backhausen & Söhne, eines der traditionsreichsten Möbel-und Dekorstoffunternehmen Wiens, griff diese Idee auf. Über viele Jahrzehnte hinweg arbeitete die Firma eng mit Künstler:innen der Wiener Moderne zusammen, darunter Josef Hoffmann, Koloman Moser, Otto Wagner, Joseph Maria Olbrich oder Jutta Sika. Ihre Entwürfe bildeten die Grundlage für textile Umsetzungen, mit denen Backhausen wesentlich dazu beitrug, die charakteristischen, flächigen und geometrisch-rhythmischen Formen des Jugendstils in den Alltag zu übertragen.
Mit ihrer Gründung im Jahr 1900 stehen auch die Wiener Symphoniker im Zeichen dieses kulturellen Aufbruchs. Der Geist der Moderne begleitete das Orchester von Beginn an und prägt bis heute sein Selbstverständnis als dynamischer und zukunftsgerichteter Klangkörper. In der neuen Kampagne treten Musiker:innen der Wiener Symphoniker aus dem Zusammenwirken zweier Muster hervor: Sie collagieren mit den Flächen, verbinden Kunst und Handwerk und entwickeln aus ihrer Spielhaltung kraftvolle Posen. Vorder- und Hintergrund verschmelzen zu einer Komposition aus Musik und Gestaltung, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet.
Wir danken dem Leopold Museum sowie der Familie Kiesling, die die Abbildungen der Stoffe und Muster aus dem Backhausen-Archiv zur Verfügung gestellt haben. Für alle gilt folgende Leihgebernennung: Backhausen-Archiv, Vermächtnis von Frau Dr. Louise Kiesling, Dauerleihgabe im Leopold Museum. Fotocredit: Backhausen-Archiv, Vermächtnis von Frau Dr. Louise Kiesling, Dauerleihgabe im Leopold Museum. Design 6314: Hier lautet der Fotocredit: Leopold Museum, Wien. Bildstrecke: Vrinda Jelinek