Neugierig auf den Twist

Neugierig auf den Twist

Elim Chan ist Artistic Partner der Wiener Symphoniker
Elim Chan

Wien • 01. Oktober 2026

Wo die Magie passiert, fühlt sich Elim Chan zu Hause: Die 1986 in Hongkong geborene Dirigentin ist seit der Saison 2026/27 Artistic Partner der Wiener Symphoniker. Zwei Spielzeiten lang wird sie eng mit dem Orchester arbeiten und mit eigenen Programmen Akzente setzen. Die Wiener Symphoniker setzen auf die Zusammenarbeit mit jungen, aufstrebenden Persönlichkeiten, so hatten Lahav Shani (2017-2020) und Marie Jaquot (2023-2026) die Positionen als Erste Gastdirigent:in inne. Nun folgt Chan als Artistic Partner, die zu den gefragtesten Dirigentinnen ihrer Generation zählt. Sie steht für präzise Klanggestaltung, leidenschaftlichen Ausdruck und große Neugier auf unterschiedliche musikalische Welten.

Ihr Weg zu den internationalen Konzertpodien verlief ungewöhnlich: Mit dem Ziel, Medizin zu studieren, ging Chan in die USA – dort entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Dirigieren und schlug am Smith College in Massachusetts und an der University of Michigan einen neuen Weg ein. 2014 gewann sie als erste Frau die renommierte Donatella Flick Conducting Competition. Es folgten Stationen als Chefdirigentin des Antwerp Symphony Orchestra und als Erste Gastdirigentin des Royal Scottish National Orchestra.

Mit den Wiener Symphonikern verbindet Chan bereits eine besondere Freundschaft. Im November 2022 gab sie ihr Debüt – eine Begegnung, die ihr nachhaltig in Erinnerung geblieben ist. „Ich habe mich sofort in sie verliebt“, sagt Chan über die Symphoniker. Seither folgten weitere gemeinsame Projekte, darunter 2024 ein Konzert im Musikverein mit dem Pianisten Seong-Jin Cho und 2025 ein Konzert bei den Bregenzer Festspielen.

Als Artistic Partner möchte die Dirigentin diese gewachsene Verbindung nun vertiefen. Für sie ist die Zusammenstellung von Konzertprogrammen eine Form des musikalischen Erzählens: Werke treten miteinander in Beziehung, Kontraste werden hörbar und neue Perspektiven entstehen. Neben dem symphonischen Repertoire gehört deshalb auch Musik des 20. und 21. Jahrhunderts selbstverständlich zu ihrer Handschrift. So trifft Prokofjews Cinderella-Suite auf die Märchenwelten von Gubaidulina und Schnittke; ein weiteres Programm verbindet Werke von Britten, Strawinsky, Debussy und Tschaikowski über die Idee von Bewegung und Tanz. Auch das traditionelle Adventkonzert im Wiener Stephansdom wird von Chan selbst programmiert und geleitet, in dem sie Tschaikowskis Der Nussknacker den Werken von Mozart oder Saint-Saëns gegenüberstellt. Überraschen, um herauszufordern und Bekanntes mit neuen Ohren zu hören: Darin liegt ein wesentlicher Reiz ihrer künstlerischen Arbeit.