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05. Juni 2016
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Philippe Jordan

Chefdirigent der Wiener Symphoniker

Als Musikdirektor der Pariser Oper und Chefdirigent der Wiener Symphoniker zählt Philippe Jordan mit Anfang 40 zu den etabliertesten Dirigenten seiner Generation.

Philippe Jordan (c) Johannes IfkovitsIm Alter von sechs Jahren begann er seine musikalische Ausbildung am Klavier. Zwei Jahre später wurde er Mitglied der Zürcher Sängerknaben, kurze Zeit darauf kam das Studium an der Violine hinzu. Seit 1990, bereits ab dem Alter von sechzehn Jahren, besuchte er das Zürcher Konservatorium, wo er Musiktheorie und Komposition bei dem Schweizer Komponisten Hans Ulrich Lehmann studierte. Sein Klavierexamen schloss er mit Auszeichnung ab und setzte seine Klavierstudien bei Karl Engel fort. Zudem assistierte er 1994 Jeffrey Tate bei dessen Einstudierung von Wagners Ring des Nibelungen am Théâtre du Châtelet in Paris. Regelmäßig tritt Philippe Jordan auch kammermusikalisch als Pianist oder Liedbegleiter auf. Seine Karriere als Kapellmeister begann 1994/95 am Stadttheater Ulm. Von 1998 bis 2001 war Philippe Jordan Assistent von Daniel Barenboim an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Von 2001 bis 2004 war er Chefdirigent des Grazer Opernhauses und des Grazer Philharmonischen Orchesters. In dieser Zeit debütierte er bei einigen der wichtigsten internationalen Opernhäuser und Festivals, wie z.B. der Houston Grand Opera, den Festivals von Aix-en-Provence und Glyndebourne, der Metropolitan Opera New York, dem Royal Opera House Covent Garden, dem Teatro all Scala, der Bayerischen Staatsoper München, dem Opernhaus Zürich, den Salzburger Festspielen (Così fan Tutte), der Wiener Staatsoper, dem Festspielhaus Baden-Baden (Tannhäuser) und den Bayreuther Festspielen (Parsifal). Von 2006 bis 2010 war Philippe Jordan Erster Gastdirigent an der Berliner Staatsoper Unter den Linden.

Als Konzertdirigent arbeitete Philippe Jordan u. a. mit den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, dem RSO Wien, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Philharmonia Orchestra London, dem Orchestra Dell'Accademia di Santa Cecilia in Rom, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Tonhalle Orchester Zürich, dem Chamber Orchestra of Europe, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Gustav Mahler Jugend Orchester, dem NDR Symphonieorchester Hamburg, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin,  dem Salzburger Mozarteum Orchester, dem Rotterdam Philharmonic Orchestra und den Münchner Philharmonikern. In Nordamerika leitete er bisher die Symphonieorchester von Seattle, St. Louis, Dallas, Detroit, Chicago, Cleveland, Philadelphia, Washington, Minnesota, Montreal, New York und San Francisco.

Höhepunkte der jüngeren Vergangenheit waren u. a. Die Entführung aus dem Serail, Pelléas et Mélisande und Le Roi Arthus an der Pariser Oper, Arabella an der Bayerischen Staatsoper sowie Konzerte am Teatro alla Scala und bei den Luzerner Festspielen, ein Beethoven Zyklus mit dem Orchestre de l'Opéra national de Paris und ein kompletter Schubert Zyklus mit den Wiener Symphonikern.

In der Saison 2015/2016 dirigiert er u.a. eine Neuproduktion von Moses und Aron an der Pariser Oper und einen kompletten Zyklus von Beethovens Klavierkonzerten mit den Wiener Symphonikern (Solist: Pierre-Laurent Aimard). Von Philippe Jordan liegen die folgenden Einspielungen vor: Carmen (Glyndebourne Festival), Werther (Wiener Staatsoper), Doktor Faust (Opernhaus Zürich) und Salomé (Royal Opera Covent Garden), Tannhäuser (Baden-Baden) und Le Nozze di Figaro (Opéra de Paris). Seine Aufnahme von Pelléas et Mélisande an der Opéra de Paris gewann den „CHOC de l’année” Preis für Klassische Musik DVDs. Für das Label Naïve nahm er die kompletten Klavierkonzerte Beethovens mit François-Frédéric Guy als Solisten und dem Orchestre Philharmonique de Radio France sowie Strauss’ Alpensinfonie mit dem Opéra National de Paris Orchestra, die den „CHOC de l’année Classica” erhielt. Auch seine Veröffentlichung von Sacre du Printemps wurde mit dem „CHOC du Monde de la Musique“ geehrt. Auf dem Label Erato veröffentlichte Philippe Jordan mit dem Orchester der Pariser Oper kürzlich eine Aufnahme von Verdis Requiem und eine weitere mit symphonischen Auszügen aus Wagners Ring. Im Mai 2015 erschien seine zum jetzigen Zeitpunkt letzte Aufnahme mit dem Orchester der Pariser Oper, Ravels Daphnis and Chloe und La Valse. Mit den Wiener Symphonikern hat er bislang zwei Aufnahmen veröffentlicht: Tschaikowskis 6. Symphonie „Pathétique“ im September 2014, gefolgt von einer Aufnahme mit Schuberts 7.- und 8. Symphonie, die im August 2015 erschien.